"Ökologische Tier- und Pflanzenzüchtung"

Ein Workshop im Rahmen des Traineeprogramm Ökolandbau

Die Kinderstube ist bekanntlich mit ausschlaggebend dafür, was im späteren Leben möglich ist oder auch nicht! Eine ökologische Kinderstube für die Pflanzensorten und Nutztierrassen, die später auf den Biobetrieben verwendet werden, ist also wünschenswert, ja sogar dringend notwendig. Züchtung ist aber auch ein teures und langwieriges Geschäft. Deshalb kann Ökozüchtung nur in einem Miteinander von Züchtern, Erzeugern, Verarbeitern und Händlern erreicht werden.

Am 13. Oktober lud das Traineeprogramm seine aktuellen und ehemaligen Trainees auf das Schloss Buchenau zum gemeinsamen Lernen, Diskutieren und Vernetzen. Mehr als 50 junge Menschen aus allen Bereichen der Biobranche nahmen am Fachworkshop „Ökologische Tier- und Pflanzenzüchtung: Erfolge, Hürden und Zukunftsperspektiven – ein Thema, das uns alle angeht!“ im Rahmen des Trainee-Alumni-Treffens 2017, teil.

„Züchtung ist gar nicht kompliziert!“ so begann Prof. Dr. Klaus-Peter Wilbois von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf seinen anschaulichen Überblick, wie Züchtung funktioniert und wo sie aktuell steht. Für den Bereich Handel und Verarbeitung zeigte Arlend Huober (Firma Huober/Erdmannhauser) auf, welche Anforderungen eine veränderte Rohstoffqualität – z.B. durch eine andere Sorte – an einen Verarbeitungsbetrieb stellt und wie dies gelöst werden kann. Wie ökologische Züchtung in der Praxis funktioniert stellten Inga Günther (Ökologische Tierzucht gGmbH) und Dr. Hartmut Spieß vom Dottenfelderhof e.V. vor.

Dass alle Beteiligten in der Lage sein müssen, den Mehrwert ökologischer Züchtung an ihre Abnehmer bis hin zum Endkunden verständlich zu kommunizieren und auf Dauer die Initiativen nur dann aus der Nische herauswachsen können, wenn die Gesamtbranche Züchtungsarbeit unterstützt und die Marktentwicklung fördert, das war nach diesem spannenden Vormittag allen Teilnehmern klar.